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 Betreff des Beitrags: Wer weiß was zu Flugrecht?
BeitragVerfasst: Mi 26. Okt 2016, 22:30 
Inventar
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Vielleicht hat jemand ne Ahnung, an wen ich mich wenden könnte.

Ein Kumpel von mir hatte einen Flug (es wurde EIN Flug mit Zwischenstopps u.a. in China gebucht – ab München über Amsterdam).

Meine Stieftochter hat bei der Flughafensicherheit gearbeitet, hat dort auch noch Bekannte unter den Kollegen. Er hatte zwei Sprayflaschen im Koffer, aber die waren okay. Laut Münchner Flughafensicherheit sind die nicht verboten laut IATA und ECAC (oder so ähnlich). Dieses Verbot gilt nur für alte Sprayflaschen, in denen eine Kugel ist.

Obwohl mein Kumpel in China den Transit nicht verließ (das Gepäck ging einwandfrei durch München, dort haben wir ja extra nachgefragt und auch durch Amsterdam). In China wurde das Zeug nochmals „eingechecked“ trotz dem, dass es eben ein Flug war und niemand den Transit verließ.

Der Koffer wurde aber plötzlich nicht weiter geschickt, da „gefährliche Gegenstände“. Es wurde auch nichts gesagt, das mussten wir erst über 2 Tage über den Flughafen PP rausbekommen. Erst sollte eine Vollmacht zum Öffnen des Koffers blanko unterschrieben werde, ohne, dass jemand wusste, was das sei, was plötzlich verboten war. Erst, als ich das auf der Vollmacht vermerkte, war plötzlich von „Gas & Liquid Cylinder“ die Rede. Nun ist der Koffer in Phnom Penh (nach einer Woche!) und wird nicht versandt. Im Gegenteil: die Airline besteht auf persönliche Abholung, was noch mal ein Hunderter Taxi ist.

Der Ärger begann schon vorher. Laut Website und Flugdaten im Netz waren es 32 kg Gepäck. Am Flughafen waren es plötzlich nur noch 22 oder 21. Der Rest 100 Euro.

So, jetzt kommt noch was. Rein theoretisch wäre mein Kumpel gestern zurückgeflogen, was aber wegen fehlendem Koffer nicht gegangen wäre. Wie sich gezeigt hätte, wäre der wohl in PP geblieben, wäre er geflogen, und alles verloren gewesen.

Kennt vielleicht jemand Institutionen oder einen Rechtsanwalt, der mit Flugrecht fit ist? Die ganze Story schreit förmlich nach Schadensersatzforderungen. Offen und ehrlich hab ich so was noch nie erlebt. Wie gesagt, das Gepäck war eigentlich im Transit und nach den bestimmt nicht lockeren Regeln am Münchner Airport absolut in Ordnung. Es war mit IATA und dem anderen konform, in dem Verbund ist auch diese Airline.



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 Betreff des Beitrags: Re: Wer weiß was zu Flugrecht?
BeitragVerfasst: Do 27. Okt 2016, 07:26 
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@Tom

Grundsätzlich sind erstmal ALLE Airlines Mitglied der IATA, die internationale Ziele anfliegen. Die haben aber nichts mit Fluggastrechten zu tun.

Stellt sich mir in dem o.b. Fall erst mal die Frage, welche Airline das war. Eine europäische? Dann gilt nämlich Europäisches Recht. Allerdings betreffen diese Regelungen auch ausländische Airlines, wenn sie Destinationen in Europa anfliegen.

Das heisst in diesem Fall sollte er den Koffer erstmal in PP abholen, auch wenn das Geld kostet, und dann, wenn er zurück in Europa ist, den entstandenen Schaden geltend machen.

Zu solchen Dingen hat der Europäische Gerichtshof klare Vorgaben erarbeitet, die heute in allen EU-Ländern gesetzlich verbindlich sind. In fast allen Fällen beziehen sich die Veröffentlichungen dazu zwar auf "Verspätete Flüge", aber das sollte ihn nicht davon abhalten, sein Glück zu versuchen.
Zumal es sich ja nicht um verlorengegangenes Gepäck handelt, sondern um Gepäck, das auch "Sicherheitsgründen" vom Flug ausgeschlossen wurde. Da gelten dann die Bestimmungen des Flughafens oder die der Airline. Dagegen anzukommen ist zwar schwer aber nicht unmöglich.

Dein Freund muss sich an die "Schlichtungstelle Luftverkehr" beim Bundesamt für Justiz, das ist nicht das Bundesministerium (Link siehe unten) wenden.
Dort erfährt er detaillliert, was er tun muss, um zu seinem Recht zu kommen. Oder die klären die Angelegenheit gleich ganz für ihn. In meinem Fall habe sie das getan und ich war 2 Wochen später um 500,- Euro reicher. Da ging es allerdings tatsächlich um eine mehrstündige Verspätung.

Auf keinen Fall sollte er sich zuerst an einen der vielen Anwaltskanzleien wenden, die solche Sachen neuderdings én masse abarbeiten. Dort würde er einen großen Teil des Schadenssersatzes wieder verlieren. Die machen das ja nicht umsonst. Die "Schlichtungsstelle Luftverkehr" dagegen schon.
Eine Kanzlei ist natürlich eine Option, aber die wäre dann meine letzte.

Falls er in einem Reisebüro die Flüge gebucht hat, sollte er erstmal dahin gehen. Die kennen sich in solchen Fällen aus der Erfahrung heraus auch ziemlich gut aus, allerdings sind die wiederum keine Anwälte.

Hier der Link:
https://www.bundesjustizamt.de/DE/Theme ... _node.html

Halte uns mal auf dem Laufenden, ja? Sowas kann jeden von uns treffen.

Viel Glück für Deinen Freund.

Luger



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