“Entdeckungstour” durch Sihanoukville

Wenn ich meine Zeit in Kambodscha vor über drei Jahren mit jetzt vergleiche, muß ich schon feststellen, dass sich sehr viel verändert hat. In den Ausländerkneipen habe ich mich eigentlich schon immer recht wenig bewegt. Stattdessen hatte ich aber beispielsweise zum Blue Mountain recht gute Kontakte, als es dieses Vietnamesen-Teil dort noch gab. Nicht um was zu machen – ich hatte immer wieder Leute hochgefahren, die den berühmt-berüchtigten Blue Mountain nicht finden konnten.

Dadurch haben sich recht gute Kontakte zu den Mädels entwickelt und es war eigentlich immer recht lustig, dort auf einen Ratsch vorbeizuschauen. Vor allem war es auch immer recht lustig zu sehen, wenn man dort gesessen war, wer dort “verkehrt”. Allen voran diejenigen, die immer gesagt hatten “ich geh da doch nicht hin”, insbesondere weil die meisten ja eine Freundin hatten :lol:

Aber auch hin und wieder Touren durch die Khmer-Karaoke-Bars waren recht lustig. Also mit nem Kumpel losgezogen die letzten drei Tage und auf Entdeckungstour durch Sihanoukville gegangen. Also haben wir mal mit den Karaoke Bars in der 333 angefangen. Interessant dabei: viele, die mitbekommen haben, dass ich dort war, haben gleich gefragt “gehen die denn mit?”. Das scheint heute wie damals etwas zu sein, wofür sich die männlichen Urlauber und Expats interessieren zu scheinen.

Zwar ging es uns nicht darum – wir wollten einfach nur mal wieder eine Zechtour durch die Karaokes starten, dennoch hat sich auch diese “Frage” mehr oder weniger geklärt. Aber vielmehr durch Kommunikationsprobleme. Ich wollte nur wissen, wie alt die Mädels waren, die bei uns am Tisch saßen, die haben das aber falsch verstanden und meinten 50 $ :lol:

Nachdem dann aber irgendwann eine Stunde später geklärt war, dass das nicht beabsichtigt ist, war es auch schon wieder einigermaßen normal. Die Frauen scheinen ja irgendwie an jeder Karaffe Bier, die sie verkaufen, beteiligt zu sein, entsprechend haben sie dann auch mit angezogen. Aber sie hatten wohl nicht gerechnet, dass wir so viel bestellen würden. Am zweiten Abend in einer der Karaoke Bars waren die Frauen bei uns am Tisch so tilt, dass es zwischen weinen, rumalbern und schmollig sein nur so hin und her ging im Sekundentakt.

Als dann eines der Mädchen zum Schlafen verschwinden wollte, aber die Chefin (ein echter Drache) sie zurück an den Tisch beordert hatte, war es für uns auch nicht mehr lustig und wir beschlossen weiterzuziehen. Allerdings war es auch schon recht spät und es war richtig “exciting” zu sehen, wie sich das Karaoke-Publikum änderte:

War die Bar zunächst gut mit jungen Khmers gefüllt, begannen die Frauen dann irgendwann schlecht übersetzte Soaps aus Thailand zu schauen. Das war die Zeit der Ratten. Die sind dann langsam ins “Lokal” gekommen und haben alles fein säuberlich inspiziert. Selbst vor den Karaffen etc. haben sie nicht halt gemacht – also Prost Mahlzeit! :lol: Die Frauen selbst haben den Viechern überhaupt keine Aufmerksamkeit geschenkt, wobei ich die Viecher immer verscheucht hatte, wenn sie zu nah rankamen. Die Bierpreise bewegen sich übrigens so um die drei Dollar für einen Jug.

Nachdem das dann aber mit Ratten-Begegnungen genug war, dachten wir mal, die vor drei Jahren noch bekannten Etablissements am Blue Mountain aufzusuchen. Aber auch nicht wegen Frauen, sondern einfach mal nur zu schauen, was denn jetzt tatsächlich noch übrig geblieben ist und um eventuell eine Massage machen zu lassen (eine normale Massage!). Nachdem ich drei Jahre nicht dort war, war es doch recht schwierig zu finden.

Die Straße hatte ich zwar gleich gefunden, aber ich war mir gar nicht sicher, ob es überhaupt die richtige Straße war, weil die jetzt asphaltiert bzw. zementiert ist. Auch viele der alten Holzhütten sind weg, stattdessen stehen dort jetzt schöne Steinhäuser. Aber, wie für Vietnamesen normal, alles absolut sauber und kein Müll auf der Straße. Könnten sich viele Khmers echt ne Scheibe von abschneiden.

Leider ist es aber mit der Massage nichts geworden, weil die alle nur auf “Zusatzleistungen” hinausliefen, also absolut nichts, was in meinem Interesse gewesen wäre. Mein Kumpel ist dann in einen großen Massage-Salon rein, der war aber in keinster Weise mit einer Massage in Thailand zu vergleichen. Also noch einen kleiner, vietnamesischen Laden an der Hauptstraße probiert. Dort ging es die ersten 15 Minuten aber leider auch erst wieder darum, zu verklickern, dass es nur eine Massage und sonst rein gar nichts werden soll.

Weil nur zwei Mädels da waren, die beide mit Massieren beschäftigt waren, musste die Chefin eine andere anrufen. Die ist dann auch gekommen, aber als sie dann hörte, dass es nur um massieren und nicht mehr ging, wollte sie nicht. Komisches Volk, die Vietnamesen :lol: Zu guter Letzt hat sich dann die 27 Jahre alte Chefin versucht, die hatte aber ein Handicap, nämlich eine geschwollene Hand. Also gab´s ein einhändige Massage, die war aber trotzdem gut. Leider versuchte die aber auch, mich dann zu mehr zu bewegen, woraufhin ich dann vorzeitig abgebrochen hatte.

Nächstes Mal muss ich das mal etwas eher am Tag bzw. Abend versuchen, dann haben vielleicht auch die ein oder zwei weiteren “normalen” Spa´s noch offen und ich kann es dort versuchen. Aber trotzdem, auf ein Bierchen oder ne Cola bei dem vietnamesischen Massage-Shops vorbeizuschauen und den Frauen halt dann so nebenher ein paar Dollar in die Hand zu drüken, lohnt es auf jeden Fall. Jedenfalls ist es bei denen wirklich sauberer und es rennen wenigstens keine Ratten herum.

Zwischendurch habe ich es übrigens auch gewagt, mal in ein paar Khmer-Restaurants rund um den alten Markt zu gehen und muss sagen, dass es in einigen Läden mittlerweile richtig gut ist. Gute Qualität vom Essen, saubere Küche und keine Ratten. Und die Preise ebenfalls asiatisch gut: drei verschiedene Gerichte, 2 Portionen Reis, dazu Gemüse und noch zwei Getränke (also für zwei Personen) sechs Dollar.

Auch noch ganz gut sind ein paar Restaurants an dem neuen Nachtmarkt am Golden Lion Kreisverkehr. Aber auch ein wenig teurer – ist halt auch ein Nachtmarkt. Dort kosten die meisten Gerichte 2 Dollar – egal ob zum Mitnehmen oder dort essen. Und die Qualität ist ebenfalls gut, ist der Kochbereich doch auch einzusehen.

Insgesamt habe ich aber das Gefühl, dass Sihanoukville viel ruhiger geworden ist (vor allem in richtig asiatischen Bereichen), teilweise aber auch sauberer. Nur diejenigen, die “mehr” wollen, werden wohl etwas enttäuscht sein. Mir persönlich ist es egal, ich finde es nur schade, dass der Begriff Massage oft anders ausgelegt wird. Gerade nach einer voll konzentrierten Woche am PC wäre halt so ne richtig schöne Massage genau das, was fehlt.

Und jetzt, wo weniger Barangs in der Stadt sind, wird das Flair in der Stadt auch eher provinziell ruhig, also gar nicht so schlecht. Schade finde ich ebenfalls nur, dass immer versucht wird, soviel Geld wie nur möglich aus einem herauszuholen. Die Fixierung auf die Dollars finde ich schon sehr extrem hier. Und wenn man dann ein paar Dollar Trinkgeld gibt, wird ebenfalls oft versucht, da immer noch eins draufzusetzen. Das war in Thailand nicht so schlimm. Auch nicht in den Karaokes. Aber ich denke auch, es ist schwer, Thailand grundsätzlich mit Kambodscha zu vergleichen (obwohl ich es selbst dauernd mache). Ganz besonders, wil ich ja auch in der Provinz in Thailand war und jetzt an einem Ort bin, wo mit der Hoffnung auf guten Tourismus alle nur noch Dollar-Zeichen in den Augen haben…

Das Thema kann auch im Kambodscha Forum diskutiert werden: Entdeckungstour durch Sihanoukville

Tani Kinderprojekt Kambodscha

aktuelle Schlagwörter:

schreib einen Kommentar

Wir wollen keinen Spam, deshalb ein kleines Puzzle