Es werden nun 8 Jahre, dass ich nicht mehr in Deutschland war. Wirklich abgehen tut es mir schon lange nicht mehr, aber natürlich lese ich nachwievor Nachrichten und verfolge Diskussionen. Schon über die plötzlich und anscheinend diskriminierende Bedeutung von “Zigeuner” kann ich nur den Kopf schütteln. Gibt es jetzt auf den Speisekarten Dauercamper-Schnitzel statt Zigeunerschnitzel? Aber nun gut. Doch schön langsam fällt mir gar nichts mehr ein. Nun ist die Gruppe Frei.Wild im Visier der Nazi-Verächter.
Und Nazi-Verächter sind wohl die wenigstens – zumindest hinter der Hand, sondern einfach nur besorgt, sio wie in anderen Ländern diese Menschen auch. Oder aber sie denken einfach nur das, was jeder denkt. Irgendwann sind es einfach zu viele Ausländer im eigenen Land. In Berlin gibt es Stadtteile, in denen man nicht mehr mit deutsch durchkommt, oder aber zumindest besser mit türkisch. Oder auch das größte Konzentrationslager, das die Welt seit Jahrzehnten mit Palästina hat. Die Vergleiche in Bezug auf die Organisation (nicht dem Ermorden der Juden!) mit dem Warschauer Ghetto hinken gewiss nicht. Israel kontrolliert von der Einfuhr über Lebensmittel, Baustoffe, Wasser, Strom usw. alles. Nur! Sagt man irgendwas dagegen, wird sofort die Nazikeule geschwungen.
Selbst ich war teilweise perplex, sehe ich mich doch eher links. Wenn man dann plötzlich als Nazi betitelt wird, fällt einem gar nichts mehr ein. Und anscheinend hat sich genau das herumgesprochen und wird auch bewusst ausgenutzt: bezeichne jemanden als Nazi, dann ist er unten durch und hat Sendepause. Wow, kann ich da nur sagen. Denunziantentum, wie ich es über das Dritte Reich in der Schule gelernt hatte. Und jetzt singen ein paar Südtiroler, dass sie sich ihre Brauchtümer, Sprache und Kultur erhalten wollen. Diese Sprache ist nun mal Deutsch. Und wer sich in der Geschichte etwas auskennt, weiß, dass die Südtiroler trotz anderweitiger Versprechen ungefragt an Italien angeschlossen wurden und die wiederum Italienisch als Amtsspreche einführen wollten.
Gut, da kommen jetzt alle und sagen, “ja aber der war doch Skinhead!” Hey, Leute, das war von 14 bis 17. Das ist ein Alter, in dem ich Springerstiefel auch cool fand. Irgendwelche politische Ambitionen hatte ich nie. Stattdessen bin ich in die Bikerszene gekommen, von der ich mich mit vielleicht 22 wieder verabschiedet hatte. Weil mir da klar wurde, dass ich kein Herdentier bin, das aus dem Fenster hüpft, wenn einer sagt, ich muss das tun. Hätte ich nun politische, musikalische oder anderweitige Ambitionen, die mich in die deutsche Öffentlichkeit rücken würden, wäre ich dann plötzlich ein Hells Angel oder Bandido??? Insbesondere, da jedem, der Frei.Wild kennt, weiß, dass es um SÜDTIROL geht.
Damit aber nicht genug: was wäre falsch daran, endlich mal deutschen Patritismus zu zeigen? Unsere Steuern will man ja auch andauernd, und dass sich jeder Deutsche dem Staat verpflichtet fühlt. Aber sein Heimatland lieben? Das geht ja gar nicht! Und Nazikeule raus! Das besonders Beängstigende daran: nachdem ich so viele Jahre nicht mehr in meinem Vaterland (oh, sorry, political correctness missing, Geburtsland darf ich ja nur sagen, sonst wieder Nazikeule vielleicht) war, wird mir dieses Land immer fremder. Ich warte darauf, dass man ein Nazi sein wird, wenn man zu jemandem “Ausländer” sagt. Schließlich könnte ich mir vorstellen, das das freundschaftliche Nachbarn werden oder so…
Ich dachte einmal, ich gehöre zu der Generation, die diesen verdammten Nazikomplex endlich ablegen könnte. Kommt mir bitte keiner, zu behaupten “politisches Erbe verpflichtet”. Da finde ich es schlimmer, welche Kriege angeblich demokratische Länder heute noch führen, dass es in solchen Ländern sogar noch die Todesstrafe gibt und dass Israel sich sein eigenen Ghetto leisten kann und die Welt zuschaut. Zeitgleich wird immer auf Moslems herumgehackt. Frage ich heute einen Westlichen (das muss noch nicht mal ein Deutscher sein), was er denkt, wenn er einen dunkelhäutigen Mann mit Turban und Vollbart sieht, der einen Gegenstand an einem Flughafen versehentlich stehen lässt. Ich wette, 9 von 10 Lesern dieses Texts denken ebenfalls sofort an einen sogenannten “Moslem-Terroristen”. Und in deutschen Medien wird ganz schockiert darüber berichtet, dass nach dem Arabischen Frühling plötzlich religiös angehauchte Parteien an die Macht kamen. Ja, haben wir denn nicht unsere christliche (pauschalieren wir das doch nur auf religiöse) Kanzlerin?
Diese Beschreibung eines arabisch aussehenden Mannes an einem europäischen Flughafen hat mich ebenfalls an etwas erinnert, was ich in der Schule gelernt habe im Geschichtsunterricht: dort wurde uns Anti-Juden-Propaganda aus dem Dritten Reich gezeigt. Daran hieß es, man erkenne einen Juden an der Hakennase, den dunklen Augen und dunklem Haar. Wie weit sind wir alle von diesem Rassismus tatsächlich entfernt, wenn uns die Medien seit Jahren einhämmern, wie die optische Definition eines Terroristen ist? Ich würde an dieser Stelle gerne schreiben, dass ich stolz darauf bin, ein Deutscher zu sein, alleine schon, um zu provozieren, weil es ja heute auch unangebracht ist, als Deutscher auf die Herkunft stolz zu sein.
Aber leider bin ich alles andere als stolz. Vielmehr bin ich schockiert, betrübt und sehr traurig, wie schnell in diesem meinem Geburtsland diese verdammte Nazikeule geschwungen wird und dadurch ein weiteres ansich hohes Gut zunichte gemacht wird, nämlich die Redefreiheit. Allen Deutschlehrern rate ich auch bald, besser Englisch oder so zu unterrichten – schließlich könnte die Liebe für die deutsche Sprache auch irgendwann als Nazitum ausgelegt werden.






