Krokodil-Farm Besitzer verteidigt sein Verhalten

Siem Reap; nachdem er in der englischen Regenbogenpresse angegriffen wurde, weil er Touristen erlaubt, lebende Hühner und Enten zu seinen Krokodilen zu werfen, verteidigt der Krokodilfarm-Betreiber Vincent Lim aus Siem Reap sein Vorgehen und spricht von ähnlichen Praktiken in China.

Wenn man eines Tages aufsteht und festellen muss, dass das eigene Geschäft, eine Krokodilfarm, in der britischen Klatschpresse als “die krankste Touristenattraktion Kambodschas” bezeichnet wird, dann ist das nicht der beste Weg, seinen Tag zu beginnen.

So meinte das Vincent Lim, dessen Krokodilfarm in Siem Reap letzte Woche von einer wahren Welle schlechter Schlagzeilen getroffen wurde, nachdem in einer großen englischen Zeitung, “The Mirror“, ein Artikel darüber erschien, dass auf seiner Krokodilfarm die Touristen lebende Hühner und Enten in die Krokodil-Gehege mit über 1.000 Reptilien werfen können.

Am 15. August schmetterten dem Krokodilfarm Betreiber die folgenden Schlagzeilen entgegen: “Britische Urlauber werfen Hühner [in Krokodil Gehege], um von Krokodilen lebendig gefressen zu werden als eine kranke Touristenattraktion” und “Lebende Vögel als makabere Unterhaltung von beschämenden, blutrünstigen Briten in ihren Tod geworfen“.

Und er zeigt auch keine Reue

“Waren Sie jemals in einem Zoo mit Tigern in China?”, fragt er, während wir in der heißen Nachmittagssonne durch ein Tor gingen, das 6 Gehege voll mit ausgewachsenen Krokodilen abtrennt. “Dort werfen sie Kühe hinein. Sie verfüttern lebende Kühe an Tiger. Jetzt sagen die Leute ‘Tötet keine Tiere durch Füttern anderer Tiere“, aber in Kambodscha haben wir dieses Gesetz noch nicht.

Lim sagt zu “7Days“, er ist unbeeindruckt von einem Bericht mit versteckter Kamera im britischen “The Mirror“, welcher auch Bilder beinhaltet, wie Touristen ein Huhn über die Gitter in eine Gruppe von Krokodilen werfen, und die auch eine den Atem raubende Beschreibung des Horrors, der innerhalb dieser Krokodilfarm stattfindet, beinhaltet.

Während wir an Schildern entlang der Gehege vorbei gehen, auf denen die Besucher darüber informiert werden, dass sie für 10 $ ein lebendes Huhn, bzw. für 6 $ eine lebende Ente in die Gehege werfen dürften, erklärt Lim, dass dieses Angebot als eine Art extra Unterhaltung für die Besucher dient, und dass nur wenige davon Gebrauch machen.

“Das ist nur für die Touristen. Sie mögen es, mehr Action von den Krokodilen zu sehen. Wenn man etwas lebendiges hineinwirft bieten die Krokodile mehr Action, da sie es zu Tode beißen. Und es gibt kein Gesetz in Kambodscha, welches das verbieten würde; falls ein Gesetz herauskäme, hätten wir diesem natürlich Folge zu leisten”.

Touristen zahlen 3 Dollar Eintritt in die Farm und extra für die lebenden Hühner, welches nur ein kleiner Teil des Geschäftes sei, wie Lim “7Days” erzählt. Die Farm dient hauptsächlich dem Aufziehen von Baby Krokodilen, welche dann Übersee an Händler verkauft werden.

“Wir haben 600 ausgewachsene Krokodile und 400 mit einem Alter zwischen 1 und 8 Jahren. Junge Krokodile verkaufen wir nach China, Vietnam und Singapur, wo sie meist noch ein bis drei Jahre gezogen werden, bevor sie wegen des Fleisches und ihrer Haut getötet werden. All diese Länder kaufen von kambodschanischen Züchtern, weil es preiswerter ist. In anderen Ländern können sie die Krokodile nicht groß ziehen, weil sie nicht über das notwendige Futter für die Tiere verfügen.”.

Während Lim’s Krokodile nur ab und an, wenn ein blutdurstiger Backpacker bereit ist, 6 Dollar zu zahlen, in den Genuss eines Huhns kommen, fressen die Tiere normalerweise Fisch; und davon sehr viel.

“Ein ausgewachsenes Krokodil frisst nicht jeden Tag, selbst wenn man Futter hineinwirft, fressen sie nicht unbedingt. Sie fressen im Schnitt alle 10 Tage. Und dieser Monat ist sehr teuer, da es auf dem Markt kaum Fisch gibt”.

Während er auf ein sehr großes Exemplar in einem der Pools, welches sich gerade sonnt, deutet, führt er weiter aus “Wie dieses große, frisst jedes einzelne dieser Krokodile vier bis fünf Kilogramm Fisch alle 10 Tage. Insgesamt frisst ein Krokodil 2.500 Kilo Fisch. Ein Kilogramm Fisch kostet 70 US-Cent, so dass ich für jedes Krokodil ca. 1.700 bis 1.800 US-$ ausgeben muss. Dieser Monat ist teurer als üblich, aber ich glaube, nächsten Monat werden die Preise für Fisch wieder fallen.”.

Lim’s Krokodilfarm ist keine übliche, denn das Land, die Gebäude und auch die Krokodile selbst gehören dem Staat, welcher das Geschäft an seinen Vater seit 1998 verpachtet hat. Laut Lim hatten die Krokodile lange Zeit bevor Hühner und Enten auf ihren Speiseplan kamen, eine weitaus exotischere Speise auf ihrem Menü: Menschen.

“Wir haben gehört, dass die Khmer Rouge, die Roten Khmer, den Krokodilen Menschen zum Fraß vorwarfen. Wir haben das sehr oft zu hören bekommen”, erklärt er. Wir fragten Lim, was wäre, wenn die Gerüchte reiche Vergangenheit sich wiederholen würde – was wäre, wenn jemand in eines der Gehege fallen würde?

“Angenommen, es gibt einen Unfall und Sie fallen dort hinein”, erklärt Lim, während er auf einen kleinen Fleck grauen Betons zeigt, welcher umgeben ist von einer Reihe dösender Reptilien. “Sie würden nichts tun. Stellen Sie nur sicher, dass Sie nicht in das Wasser fallen. Falls das passiert, liegt die Wahrscheinlichkeit, gefressen zu werden, bei 99 Prozent. Und falls die Tiere in etwas beißen, das größer als ihr Maul ist, etwas das sie nicht schlucken können, dann beginnen sie zu drehen. Sie würden Sie unter Wasser drehen, bis Sie tot sind”

“Aber”, so versichert er, “in Kambodscha passiert das sehr selten. Dieses Jahr hörte ich von einem Unfall in Kampong Chhnang oder Kampong Thom, wo Krokodile einen Mann in Kopf und Hände bissen. Aber der Mann ist am Leben und es ist der einzige Unfall in diesem Jahr, von dem ich hörte”.

Die Farm beschäftigt 7 Arbeiter, welche auch, als Teil ihres Jobs, in die Gehege müssen. Lim erklärte uns die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen. “Man braucht nur einen großen Stock, um sie damit auf den Kopf zu schlagen, so dass sie ins Wasser laufen. Aber immer sicher stellen, dass man selbst nicht in das Wasser kommt. Ab und an drehen und töten sich Krokodile gegenseitig im Wasser. Sie kämpfen miteinander und ab und zu versuchen sie auch, sich gegenseitig zu fressen. Von den 600 ausgewachsenen Reptilien kommen dadurch 5-10 jedes Jahr ums Leben. Die meisten davon kommen zwischen Januar und April zu Tode, weil das ihre Paarungszeit ist”.

Daneben, dass sie sich auch gegenseitig töten, haben Farm Krokodile auch ein erhöhtes Risiko von Erkrankungen, welchem er durch, im Gegensatz zu anderen Züchtern, sehr regelmäßiger Fütterung vorzubeugen versucht.

In Kambodscha gibt es keine Experten für die Erkrankungen der Reptilien. “Wenn die Krokodile krank sind, sehen wir es nicht. Und auch heute, wenn ein Krokodil erkrankt ist, sagen die Leute “oh, ja, es wird sterben”. Aber niemand kennt die Ursachen.”

Lim sagt, dass er nicht sicher ist, ob er wieder ein Gebot an die Regierung abgeben wird, um den Pachtvertrag zu verlängern, wenn der 2016 ausläuft.

Krokodil Farm Besitzer Vincent Lim neben seinen Krokodilen

Krokodilfarm Arbeiterin Pann Sophany beim Hineinwerfen eines Huhns

Quelle/Source

Der Artikel kann auch hier im Kambodscha Forum diskutiert werden: Krokodilfarm Besitzer verteidigt sein Verhalten

Tani Kinderprojekt Kambodscha

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