Immer wieder werde ich natürlich auch gefragt, wie es sich denn so mit den Kambodschanerinnen verhält. Ob man die mit anderen Frauen aus Südostasien vergleichen kann. In Kambodscha ist aber diese ganze westlicher Mann (Barang) und Kambodschanerin (Khmer) Beziehungskiste etwas anders als bspw. in Thailand. Das hat verschiedene Gründe: zum einen die noch viel tiefer sitzenden Traditionen, dann auch ein ganz anderer Tourismus als in Thailand und zu guter Letzt natürlich auch die jüngste Geschichte von Kambodscha.
Die Traditionen in Kambodscha
Zugegeben, in allen Orten in Kambodscha, wo es mehr Touristen gibt, also z.B. Phnom Penh, Siem Reap, Sihanoukville, Poipet und Kohkong, gibt es auch Frauen, die auf der Suche nach einem Ausländer, also einem Barang, sind. Nur sind diese Frauen dem Milieu zuzuordnen – was aber jetzt keinesfalls abwertend sein soll, denn natürlich sind auch diese Frauen ganz normale Menschen, die oftmals durch die Armut – aber auch durch die Traditionen, in dieses Gewerbe getrieben wurden. Auch handelt es sich oftmals um Vietnamesinnen, die ihr Glück in Kambodscha suchen oder aber gemischte Ethnien , also halb Kambodschanerin und halb Vietnamesin, weil auch diese Frauen oft nicht richtig in dieser so traditionsreichen Gesellschaft akzeptiert werden.
Und schon sind wir bei einer Aussage, die sich so auch durchaus bemerkbar macht bei denjenigen, die hier vielleicht nach der Partnerin für’s Leben suchen wollen. Man kann sagen, mit einer Kambodschanerin, solange man nicht mit ihr verlobt (offiziell natürlich), besser aber noch verheiratet, ist, kann man so gut wie gar nicht alleine zusammen Ausgehen. Ganz zu Schweigen davon, gar eine Nacht miteinander zu verbringen. Das ist i.d.R. erst dann möglich, wenn beide verheiratet sind (buddhistisch). In seltenen Fällen akzeptiert die Familie auch eine Verlobung.
Es ist auch recht interessant zu beobachten, wie das oftmals abläuft: ein Kambodschaner erzählt einem Barang, er wisse eine Frau, die gerne mit einem Barang zusammen wäre. Findet sich dann ein Barang, gibt es ein Treffen mit der Familie. Und dann geht es, ähnlich wie in Thailand, auch erst einmal um Geld, also Aussteuer. Und offen und ehrlich, ich denke, das macht durchaus Sinn. Ich kenne nicht nur eine Kambodschanerin, die entweder hochschwanger mit nichts sitzengelassen wurde oder der auch schon mal der Barang “weggestorben” ist, um sie ebenfalls mit nichts und auch mit Kindern sitzen zu lassen. Insofern habe ich also durchaus Verständnis fuer diese Art der Aussteuer.
Der Einfluss des aktuellen Tourismus
Noch ist der Tourismus in Kambodscha stark von Backpackern und Weltenbummlern geprägt, also vornehmlich relativ jungen Touristen. Während bei uns alles mit einem Altersunterschied von mehr als 10 Jahren mehr oder weder verrufen ist, ist das teilweise in asiatischen Ländern ganz normal, dass der Ehepartner auch schon mal bis zu 20 oder gar 30 Jahre älter bzw. jünger ist. Teilweise hat das ja auch wieder mit den Traditionen, vor allem aber der Tatsache, dass es hier keine Sozialversicherungen wie Rente gibt, zu tun.
Allerdings liegt es trotz allem in der Natur der Frauen, dass auch die sich eher einem Mann um ihr Alter herum zugezogen fühlen, als einem der ihr Vater oder gar Großvater sein könnte. Aber dennoch gibt es das. Aber es hat auch ganz eindeutig wieder mit dem finanziellen Hintergrund zu tun. Recht gut erkennen lässt sich das an Online, also Internet Dating Seiten, wo speziell sehr viele Asiatinnen unterwegs sind. Und da mal die Länder spezifisch die Wünsche der Frauen zu vergleichen, ist doch recht interessant.
In Japan, einem extrem fortschrittlichem Industrieland, neigen die Frauen dazu, nach Männern zu schauen, die sogar etwas jünger sind. In Thailand findet man bei denen, die noch eher traditionell verbunden sind oder aber mit dem Medium Internet nichts anfangen können (oftmals aufgrund sprachlicher Barrieren) durchaus noch Frauen, denen ein Altersunterschied von ca. 20 Jahren nichts ausmacht. Aber auf Dating Seiten treten Thailänderinnen mittlerweile auch sehr selbstbewusst auf und suchen eher so um ihr Alter herum in den Grenzen minus 5 Jahre von ihrem Alter bis max. plus 10 Jahre von ihrem Alter ausgehend. Und auch hier gilt: auch Thailand ist mittlerweile ein ziemlich modernes Land, das gerade den Wohlstand entdeckt. Also auf dem Sprung von Dritte Welt Land zu Industrie Nation. Entsprechend verändern sich auch hier die Suchkriterien.
Als krasser Gegensatz dazu stehen hier bspw. die Philippinen. Auf den Philippinen ist die Armut noch ein sehr großes Thema. Und sehr viele Philippinas wollen dieser Armut entrinnen oder auch einfach nur ihrer Familie helfen. Hier sind also Altersunterschiede von 20 Jahren – ja sogar von bis zu 30 Jahren – völlig normal. In Vietnam wieder verhält es sich ähnlich wie mit Thailand. Der Wohlstand kommt langsam und somit auch hier wieder veränderte Suchkriterien. Die Vietnamesinnen, welche online suchen, wollen auch eher Partner in ihrem Altersbereich.
Wie verhält es sich also in Kambodscha, welches ja eindeutig und glasklar noch ein Dritte Welt Land ist? Sogar noch dazu eines der ärmsten. Ziemlich interessant, muss ich sagen: was das Online Dating angeht, suchen hier junge Frauen auch wieder eher in ihrem Alter. Aus ihren Profilen geht oftmals hervor, dass sie auch schon Kontakt zu Ausländern hatten. Und hier komme ich wieder zu den Touristen, deren Alter ja im Durchschnitt noch relativ jung ist. Ich denke also, dass das hier durchaus beeinflusst wird.
Denn wenn man bspw. im Land ist und eben auf dem Weg “ich kenne da eine Kambodschanerin” kennenlernt, dann ist diese oftmals auch wieder sehr jung. Und das Alter des westlichen Ehegatten spielt eine eher untergeordnete Rolle, wobei aber Geld – also Aussteuer – wieder große Priorität hat. Es lässt sich also erkennen: eigentlich würden Kambodschanerinnen auch lieber Männer haben, die mehr ihrem Alter entsprechen, jedoch lässt sich dieses Defizit leicht durch Geld beeinflussen. Nur – und das meine ich ganz ehrlich – ist es das wirklich wert? Zum einen werde ich immer wissen, dass die Beziehung hauptsächlich Geld zu verdanken ist, also Liebe eher eine untergeordnete Rolle spielt. Und, was auch nicht ohne ist: die Interessen sind doch völlig anders. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass eine 20-jährige Kambodschanerin auch nur annähernd die selben Interessen wie ein 50-jähriger westlicher Mann haben.
Wobei, zumindest, solange man(n) in Kambodscha heiraten will, es mittlerweile eh große Einschränkungen gibt: so ist es ausländischen Männern ab 50 nicht mehr erlaubt, eine Kambodschanerin zu heiraten. Das gilt natürlich nur innerhalb Kambodschas. Ebenso muss ein Ausländer, der eine Khmer ehelichen will, ein Mindesteinkommen von 2.300 US-$ vorweisen können. Ironischer Weise ist selbst das offiziell angegebene Gehalt des Premier Ministers in Kambodscha mit 1.600 US-Dollar angegeben. Es wird also sogar mehr verlangt durch kambodschanische Politiker, als sie selbst (offiziell) bekommen.
Man sollte aber auch bedenken, dass Kambodscha mehr den Weg des Kultur Tourismus sucht, als den des Partner oder Frauen Tourismus. So ist auch Prostitution zwar ein Thema in Kambodscha (offiziell ist sie verboten), aber nicht in dem Ausmaß wie in anderen Ländern in der Region. Und das ist eigentlich auch ganz gut so.



