Sihanoukville, Kambodscha; jedes Jahr nach Beginn der Regenzeit ziehen heftige Stürme über die Philippinen. Die sonst sehr ruhige See entlang der kambodschanischen Küste am Golf von Siam, einem Teilmeer des Südchinesischen Meeres, erlebt dann zum Teil sehr hohe Wellen bis zu drei Meter. Gerade wenn die See so aufgewühlt ist, treibt es einige Kambodschaner immer wieder ins Wasser, sodass bei nahezu jedem hohen Seegang Todesopfer durch Ertrinken zu beklagen sind. So auch am Sastag, 9. Juni.
Laut Aussagen von Strandbesuchern hatte es am letzten Samstag am Occheuteal Strand wieder rund zwei Meter hohe Wellen. Ein 17-jähriges Mädchen konnte dem nicht wiederstehen und ging zum Baden ins Wasser. So wie es aussieht, wurde sie wohl durch die dann entstehende, starke Unterströmung, wenn es das Wasser ins Meer zurückzieht, ins offene Meer hinausgezogen. Und wie die meisten Khmers, die unter diesen Umständen ins Wasser gehen, konnte das Mädchen wahrscheinlich gar nicht schwimmen.
Zunächst wurde das Mädchen vermisst, bevor der leblose Körper am darauffolgenden Sonntag wieder an Land gespült wurde. Zwar – wie immer bei solchen Ereignissen – waren sehr viele Schaulustige und darunter auch Tuktukfahrer anwesend, doch keiner dieser Tuktukfahrer wollte sich bereit erklären, den in Matten eingewickelten Leichnam in die Pagode zu überführen, da dies angeblich Unglück bringen würde. Später erbarmte sich dann ein Mopedfahrer, der den eingewickelten Leichnam der jungen Frau mithilfe seines Sozius zum Tempel brachte.
Rund 5 bis 10 Mal pro jahr erlebt Sihanoukville durch die Stürme bei den Philippinen einen außergewöhnlich hohen Seegang. Und wie jedes Jahr gibt es dann besonders an den Wochenenden mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit immer wieder Todesfälle durch Ertrinken. Dann sind vor allem aus der Hauptstadt Phnom Penh sehr viele Kambodschaner zum Kurzurlaub oder Familienbesuch in der Küstenstadt. Und immer wieder wagen sich relativ viele Einheimische in die aufgewühlte See, obwohl die meisten Khmers entweder gar nicht oder nur sehr unzureichend schwimmen können.
Aber selbst ausländische Touristen unterschätzen die See. Des öfteren ist zu beobachten, wie sie ihre Kinder direkt am Wasser mehr oder weniger gut beaufsichtigt schwimmen lassen. Darauf in der Vergangenheit angesprochen meinten einige, sie hätten ihren Nachwuchs doch von der Bar aus, also rund 10 Meter vom Wasser entfernt, gut im Sichtfeld. Dass man gar nicht so schnell reagieren kann und auch die große Kraft des Wassers unterschätzen viele dieser Urlauber in höchstem Maße.
Natürlich kann das Thema auch im Kambodscha Forum diskutiert werden: Sihanoukville – Tod am Strand
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